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Kreis Rendsburg-Eckernförde: 1.290 neue Wohnungen im vergangenen Jahr gebaut

Written by on 9. Juni 2022

IG BAU sieht Defizit beim sozialen Wohnungsbau | „Stärker auf Umbau setzen“

 

Eisenflechter beim Wohnungsneubau: Damit trotz
steigender Baupreise mehr bezahlbarer Wohnraum in der Region entsteht, fordert
die IG BAU Schleswig-Holstein Nord zusätzliche Anstrengungen von der Politik.

 

 

Vom Eigenheim bis zum Mehrfamilienhaus:
Im Kreis Rendsburg-Eckernförde wurden im vergangenen Jahr 1.290 neue Wohnungen
gebaut. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) unter
Berufung auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes mit. Danach flossen
in den Neubau Investitionen in Höhe von rund 290 Millionen Euro. „Zusätzliche
Wohnungen sind ein wichtiger Beitrag gegen steigende Mieten. Wichtig ist dabei
das bezahlbare Segment. Und es kommt vor allem darauf an, dass im sozialen
Wohnungsbau noch mehr getan wird“, sagt Arno Carstensen.

Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Schleswig-Holstein Nord sieht insbesondere
die Politik in der Pflicht. Der Wohnungsbau in der Region könne nur dann Power
zeigen, wenn in Berlin und Kiel die richtigen Weichen gestellt würden. „Die
Bundesregierung hat 400.000 neue Wohnungen pro Jahr versprochen. Ein Viertel
davon sollen Sozialwohnungen sein. Von diesem Ziel ist die Ampel-Koalition noch
weit entfernt. Hier ist aber auch die Landespolitik gefordert“, so
Carstensen. Im vergangenen Jahr sind laut Statistik bundesweit lediglich 293.400
neue Wohnungen entstanden – 4,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Zudem
erschweren knappe Baumaterialien, steigende Energiepreise, Inflation und
steigende Bauzinsen derzeit den Neubau, so die Gewerkschaft. Hinzu kämen ein
hoher Fachkräftebedarf und unzureichende staatliche Förderungen.

Um vor allem „den lahmenden Bau von Sozialwohnungen voranzubringen“,
schlägt die IG BAU ein „Sonderpaket sozialer Wohnungsbau“ vor. Die
Mehrwertsteuer auf Sozialwohnungen solle von 19 auf sieben Prozent abgesenkt
werden. Der Bau einer staatlich geförderten Wohnung würde nach Angaben der
Gewerkschaft so um zehn Prozent günstiger. „Außerdem müssen Bund und
Länder dringend das Baurecht vereinfachen. Es wird höchste Zeit, dass
Genehmigungsverfahren schlanker und schneller werden. Zwischen Bauantrag und
Baubeginn geht oft wertvolle Zeit verloren“, betont Carstensen.

Der IG BAU-Bezirksvorsitzende verweist auf eine enorme Chance, um
zusätzlichen Wohnraum zu gewinnen: den Umbau bereits bestehender Gebäude. „Im
Kreis Rendsburg- Eckernförde schlummert ein großes Potential in der Umnutzung
von Altbauten. So lassen sich bei vielen Wohngebäuden, Büro-, Geschäfts- und
Parkhäusern Dachetagen aufstocken. Dazu kommt – durch mehr Homeoffice – der
Umbau von Büros zu Wohnungen.“ Gerade auch mit Blick auf den steigenden
Wohnraumbedarf für die Menschen, die vor dem Krieg aus der Ukraine geflüchtet
sind, müssten alle Möglichkeiten genutzt werden.

An die Adresse der heimischen Baubranche macht der Gewerkschafter deutlich:
„Viele Firmen suchen dringend Fachkräfte, um die Aufträge bewältigen zu
können. Aber qualifizierte Maurer und Zimmerleute gewinnt nur, wer anständige
Löhne zahlt und gute Arbeitsbedingungen bietet.“ Baubeschäftigte sollten
sich nicht unter Wert verkaufen und auf einer tariflichen Bezahlung bestehen.
Genug zu tun gebe es allemal, so Carstensen.

 

Redaktion
Author: Redaktion

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